Pickup mit Lkw-Zulassung: Das hätten wir vor dem Kauf gerne gewusst!

Ein Pickup als Zugfahrzeug für den Wohnwagen? Für uns eine tolle Kombination. Viel Platz, ordentlich Leistung und ein Fahrzeug, das auch abseits des Campingplatzes einiges mitmacht.

Allerdings gibt es einen Punkt, den man vor dem Kauf nicht unterschätzen sollte: Ein Pickup mit Lkw-Zulassung bringt im Gespann mit einem Wohnwagen einige Besonderheiten mit sich.

Wir haben uns damit beschäftigt und möchten unsere Erfahrungen mit euch teilen. Denn gerade wenn man mit einem Pickup und einem Wohnwagen unterwegs ist, sollte man ein paar Dinge vorher wissen.

1. Kfz-Steuer: Kann ein Pickup günstiger sein?

Ein möglicher Vorteil der Lkw-Zulassung ist die Kfz-Steuer. Bei entsprechend eingestuften Fahrzeugen kann sie sich nach dem zulässigen Gesamtgewicht richten und dadurch günstiger ausfallen als bei einer vergleichbaren Pkw-Besteuerung.

Allerdings wird nicht jeder Pickup automatisch nach Gewicht besteuert. Entscheidend ist, wie das Fahrzeug steuerlich eingestuft wird.

Unser Tipp: Klärt die voraussichtliche Kfz-Steuer vor dem Kauf. So erlebt ihr später keine böse Überraschung.

2. Versicherung: Genau vergleichen lohnt sich

Auch bei der Versicherung solltet ihr genau hinschauen. Ein Pickup mit Lkw-Zulassung wird nicht unbedingt genauso versichert wie ein vergleichbarer Pkw.

Die Beiträge hängen unter anderem vom Fahrzeug, der Nutzung und dem jeweiligen Versicherungstarif ab. Deshalb lohnt es sich, mehrere Angebote einzuholen und nicht nur auf die Steuer zu schauen.

Denn was ihr bei der Steuer spart, bringt euch wenig, wenn die Versicherung dafür deutlich teurer wird.

 

3. Überholverbot: Hier wird es für unser Gespann besonders interessant

Das ist einer der Punkte, die man beim Pickup mit Lkw-Zulassung unbedingt auf dem Schirm haben sollte.

Das Verkehrszeichen 277 zeigt ein Überholverbot für Kraftfahrzeuge über 3,5 Tonnen. Laut Straßenverkehrs-Ordnung gilt es für Kraftfahrzeuge mit einer zulässigen Gesamtmasse über 3,5 Tonnen einschließlich ihrer Anhänger. Personenkraftwagen sind davon ausgenommen.

Und genau hier liegt der Unterschied.

Unser Pickup ist als Lkw zugelassen und wir ziehen damit unseren Wohnwagen. Zusammen liegt die zulässige Gesamtmasse unseres Gespanns über 3,5 Tonnen.

Für unser Gespann bedeutet das: Steht dort das Überholverbot für Kraftfahrzeuge über 3,5 Tonnen, müssen wir es beachten. Dass wir privat mit unserem Wohnwagen in den Urlaub fahren, ändert daran nichts.

Bei einem als Pkw eingestuften Zugfahrzeug kann die Situation anders aussehen, denn Personenkraftwagen sind vom regulären Zeichen 277 ausgenommen.

Das ist also nicht einfach nur eine Frage des Gewichts. Auch die Einstufung des Zugfahrzeugs spielt eine Rolle.

 

4. Durchfahrtsverbote: Auf die Beschilderung achten

Auch bei Durchfahrtsverboten solltet ihr mit einem Pickup mit Lkw-Zulassung aufmerksam sein.

Das Verkehrszeichen 253 verbietet die Durchfahrt für Kraftfahrzeuge über 3,5 Tonnen einschließlich ihrer Anhänger. Personenkraftwagen und Kraftomnibusse sind ausgenommen.

Da unser Pickup als Lkw zugelassen ist und wir mit Wohnwagen unterwegs sind, müssen wir bei solchen Schildern besonders genau hinschauen.

Wichtig ist, die konkrete Beschilderung zu beachten. Zusatzzeichen können die Regelung verändern oder konkretisieren.

Unser Tipp: Verlasst euch nicht darauf, dass eine Strecke für einen Pkw mit Wohnwagen erlaubt ist und deshalb automatisch auch für euren Pickup mit Wohnwagen infrage kommt.

 

5. Geschwindigkeit: Mit dem Wohnwagen grundsätzlich Tempo 80

Mit unserem Pickup und dem Wohnwagen müssen wir die zulässigen Höchstgeschwindigkeiten für unser Gespann beachten.

Außerhalb geschlossener Ortschaften gilt grundsätzlich Tempo 80. Das gilt auch auf Autobahnen und Kraftfahrstraßen.

Auf Autobahnen und Kraftfahrstraßen sind Tempo 100 möglich, wenn das Zugfahrzeug und der Wohnwagen die Voraussetzungen für die Tempo-100-Regelung erfüllen und die erforderliche Zulassung vorliegt.

Vor der Fahrt solltet ihr deshalb prüfen, ob euer Gespann für Tempo 100 zugelassen ist. Ohne diese Voraussetzungen bleibt es bei Tempo 80.

 

6. Sonntagsfahrverbot: Dürfen wir mit dem Pickup und Wohnwagen fahren?

Diese Frage haben wir uns natürlich auch gestellt.

Das Sonntagsfahrverbot nach § 30 Absatz 3 StVO betrifft bestimmte gewerbliche Gütertransporte mit Lkw und Anhängern. Eine private Urlaubsfahrt mit dem Pickup und dem Wohnwagen fällt nicht unter dieses Verbot.

Wir dürfen also auch sonntags mit unserem Pickup und Wohnwagen in den Urlaub fahren.

Das ist ein wichtiger Unterschied zum gewerblichen Güterverkehr.

 

7. Führerschein: Reicht der normale Autoführerschein?

Hier solltet ihr unbedingt nachrechnen, bevor ihr euch für ein Gespann entscheidet.

Entscheidend ist die zulässige Gesamtmasse, die in den Fahrzeugpapieren steht. Nicht das tatsächliche Gewicht, mit dem ihr gerade unterwegs seid.

Nehmen wir unser Beispiel:

  • Pickup: 3.200 kg zulässige Gesamtmasse
  • Wohnwagen: 1.700 kg zulässige Gesamtmasse
  • Zusammen: 4.900 kg zulässige Gesamtmasse

Mit der normalen Führerscheinklasse B ist diese Kombination nicht erlaubt. Auch die Erweiterung B96 reicht nicht aus, denn damit sind Fahrzeugkombinationen bis maximal 4.250 kg zulässiger Gesamtmasse möglich.

Für eine solche Kombination kann die Führerscheinklasse BE erforderlich sein, sofern Zugfahrzeug und Anhänger in die entsprechenden Gewichtsgrenzen fallen.

Wer noch den alten Führerschein der Klasse 3 besitzt, hat in vielen Fällen zusätzliche Fahrberechtigungen und ist deshalb nicht automatisch auf die heutigen Grenzen der Klasse B beschränkt. Welche Kombinationen erlaubt sind, hängt von den eingetragenen Berechtigungen ab.

Unser Tipp: Schaut nicht nur auf die Anhängelast des Pickups. Prüft auch die zulässigen Gesamtmassen von Zugfahrzeug und Wohnwagen sowie euren Führerschein.

8. Alltag mit dem Pickup: Nicht nur auf dem Campingplatz praktisch

Für uns ist der Pickup nicht nur ein Zugfahrzeug. Er bietet auch im Alltag einige Vorteile.

Die Ladefläche ist praktisch für Dinge, die man nicht unbedingt im Innenraum transportieren möchte. Außerdem ist ein Pickup vielseitig einsetzbar und kann, je nach Modell und Ausstattung, auch auf weniger befestigten Wegen hilfreich sein.

Natürlich bringt die Bauform auch Nachteile mit sich. Die Fahrzeuglänge und die Abmessungen können beim Parken eine Rolle spielen. Und die Ladefläche bietet zwar viel Platz, ist aber nicht automatisch so komfortabel und geschützt wie ein geschlossener Kofferraum.

Deshalb sollte man sich vor dem Kauf überlegen, wofür man den Pickup hauptsächlich nutzen möchte.

9. Was spricht für einen Pickup als Zugfahrzeug?

Für uns gibt es einige gute Gründe, einen Pickup vor den Wohnwagen zu spannen:

  • Zugkraft: Viele Modelle bieten eine hohe zulässige Anhängelast.
  • Vielseitigkeit: Der Pickup kann Zugfahrzeug und Alltagsfahrzeug zugleich sein.
  • Ladefläche: Campingausrüstung und andere Dinge lassen sich praktisch transportieren.
  • Robuste Bauweise: Je nach Modell eignet sich der Pickup auch für anspruchsvollere Einsätze.

Natürlich kommt es immer auf das konkrete Fahrzeug an. Vor dem Kauf solltet ihr deshalb die technischen Daten prüfen und sicherstellen, dass der Pickup zu eurem Wohnwagen passt.

Unser Fazit: Pickup mit Lkw-Zulassung und Wohnwagen

Wir finden die Kombination aus Pickup und Wohnwagen richtig spannend. Trotzdem sollte man sich vor dem Kauf nicht nur mit Motorleistung, Anhängelast und Optik beschäftigen.

Die Lkw-Zulassung kann sich auf die Kfz-Steuer, die Versicherung und bestimmte Verkehrsregeln auswirken. Gerade beim Überholverbot ist es wichtig, die Einstufung des Zugfahrzeugs und die zulässige Gesamtmasse des Gespanns im Blick zu behalten.

Unser wichtigster Rat lautet deshalb: Informiert euch vor dem Kauf genau und prüft, ob das Fahrzeug wirklich zu eurem Wohnwagen und euren Anforderungen passt.

Denn am Ende wollen wir mit unserem Gespann vor allem eins: entspannt unterwegs sein und unseren Campingurlaub genießen.

Habt ihr auch einen Pickup mit Lkw-Zulassung vor eurem Wohnwagen? Welche Erfahrungen habt ihr gemacht? Schreibt es uns gerne in die Kommentare. Wir sind gespannt, wie ihr unterwegs seid!

Ladet euch die vollständige Checkliste mit allen 15 Prüfpunkten bequem als PDF herunter, um sie direkt zum Kauftermin mitzunehmen!

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